Angstblüte im Großstadtdschungel

 

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Gastbeitrag von meiner Schwester

Ich glaube, dass es kein Einzelschicksal ist, den Herbst mit einer melancholisch gefärbten Grundstimmung zu verbringen. Ich genieße das - irgendwie. Beim Lesen deines Blogs musste ich übers Alleinsein nachdenken. Die letzten Tage habe ich mal wieder als Eremit verbracht. Menschen sind überbewertet. Per Emulator spielte ich Super Nintendo oder schaute staffelweise True Blood / Breaking Bad... Irgendwann dann essen (mein Körper ist fettresistent, darum esse ich, was schnell geht oder per Bringdienst kommt - Sport bleibt mir so ebenfalls erspart). Duschen und schnieke machen gehört auch zu meinem Egotrip. Ich liebe den Massagestrahl der Duschbrause. Keine 20 Sekunden brauche ich bis zum Orgasmus. Bin aber auch ordentlich konditioniert, also schon spitz, wenn ich nur in der Nähe der Dusche bin (oder Regen gegen die Scheibe prasselt...). Sich aufzubretzeln und so richtig attraktiv zu finden, um sich dann niemandem zu zeigen - das hat einen ganz besonderen Reiz. Als ob man sich so rächen könnte an der Gesellschaft. Alle paar Tage kam meine beste Freundin vorbei. Sie weiß intuitiv genau, wann der richtige Zeitpunkt für unser Wiedersehen ist. Zusammen machen wir dann eigentlich das gleiche wie jede von uns allein: sitzen zusammen am PC, essen Borritos, duschen (zusammen haben wir mehr Hände für alles was außer der Muschi noch so wichtig ist), und löffeln uns beim Schlafen aneinander. (Männer kriegen sowas nicht hin, oder? Trotzdem viel Glück mit Alexander). Wieder ein paar Tage später nimmt meine Kontaktbereitschaft dann normalerweise wieder zu. Dann habe ich meist bock auf einen Kerl. Eigentlich merkwürdig, weil ich beim Knattern eigentlich nie komme. Viele Männer haben einfach keine Ahnung von weiblicher Befriedigung - ärgert mich. Aber irgendwie brauche ich trotzdem ab und zu einen Kerl. Ich rief also jemanden an, der dann (das ist fast immer so) sofort Zeit für mich hatte. Er brachte Essen mit, war extrem erregt und kam zweimal (dazwischen haben wir Pizza auf dem Bett gegessen und Arcade Fire gehört - er hat angemerkt, dass er mich öfter sehen wolle). Dann habe ich ihn rausgeschmissen, war scheiße pissig und brauchte den Duschkopf. Aber man bemüht sich ja, seinen Frust nicht so zu zeigen, irgendwann wollte ja auch ICH ihn wiedersehen. Männer die ordentlich horny sind, sind irgendwie... inspirierend und mein Ego leidet auch nicht gerade. So kann ich mit mir mehrere Wochen wunderbar verbringen. Ist auch nicht das Größte und irgendwann fehlt die Gesellschaft dann doch, aber meine leicht melancholische, egoistische Einsamkeit-Zeit möchte ich nicht eintauschen.
23.12.11 00:26


Der pawlowsche Reflex oder Im Bett mit Himmler

Vorgestern ist mir was Interessantes passiert. Obwohl, zuvor will ich etwas schreiben, was schon zwei Wochen oder so her ist und was ich schon Samstag schreiben wollte, bis ich mich dann doch um entschied und stattdessen etwas Ernsthafteres verfasste / verfassen musste.

Also kurz eine alte Geschichte. Vor paar Wochen war ich mal wieder einkaufen im Kaufland und ging dann noch kurz zur Post um Briefmarken zu kaufen. Auf dem Rückweg zu Fuß kam ich dabei an einem Buchladen vorbei und irgendwie überkam es mich da. Ich könnte doch mal, statt wie fast jeden Abend vor der Glotze zu hocken, mal gemütlich im Bett ein Buch lesen. Also ich rein und angefangen zu stöbern. Krimis? Nö, mich langweilt schon der Tatort. Mittelalterroman? Eher was für Nerds, die auch auf Mittelaltermärkte gehen. Fantasy? Noch nerdiger. Vielleicht mal bei den deutschen Klassikern kucken gehen. Goethes Faust? Zu trocken. Manns Die Buddenbrooks? Zu dick. Schmidts Die Gelehrtenrepublik? Zu pseudointellektuell. Hesses Narziß und Goldmund? Zu mhhh...Klingt interessant…so vom Titel her. Außerdem erinnert mit Hesse an eine lustige Situation im Deutschunterricht, während wir ‚Der Steppenwolf‘ gelesen haben. Irgendwann hatte mal die Lehrerin gefragt:“Der Name des Protagonisten Harry Haller. Für wen könnten die Initialen auch noch stehen. Du da.“ Sie zeigte auf mich. Ich schaute vom Heft hoch und hatte natürlich keinen Plan vom nix, da ich wie jede Deutschstunde beschäftigt war dem Nikolaus paar Immobilien im mein Heft zu zeichnen. Also traf ein fragender Blick den anderen. Sie will mir helfen:„Nun, für welche reale Person steht Harry Haller noch? Überleg mal. H. H., also Heinrich …?“ „Himmler? Heinrich Himmler“. Ach was hatten wir damals gelacht bei meiner Antwort, nur halt die Lehrerin nicht…Gab auch eine Lehrerkonferenz danach, weil ich angeblich den Nationalsozialismus verharmloste, zudem einen Beinahe-Ausschluss für mich und eine heftige Portion Prügel von meinem Vater…Eigentlich doch nicht so lustig die Geschichte so im Nachhinein. Egal, jetzt hab ich das Buch schon in der Hand, also auf zur Kasse.

An der Kasse.

“Guten Abend. Haben Sie eine Kundenkarte?“

„Nein.“

„Ok, macht dann 9.99 € bitte.“

„Möchten Sie mich nicht Fragen ob ich eine Kundenkarte möchte?“

„Möchten Sie den eine Kundenkarte?“

„Nein, ich möchte keine Kundenkarte. Hier das Geld“

 Sprung vier Stunden später. Ich liege daheim im Bett. Ui, ist das kuschlig. Meine schwache Nachttischlampe lässt die Schatten in meinem Zimmer lang werden. Sieht das schön aus. Wie romantisch. Das Fenster ist zu und in meinem Zimmer herrscht absolute Stille. Wie sakral die Stimmung doch ist. Mensch, riecht das Papier des Buches klug. Also auf in die Gedankenwelt des Hermann Hesses. Nach etwa einer halben Seite höre ich auf einmal ein quietschen und ein regelmäßiges schlagen gegen die Wand. ???? Was ist das? Was zerstört mir hier die Stimmung? Auf einmal auch das Stöhnen einer Frau und das Stöhnen eine Mannes, ebenfalls durch die Wand dringend. Also nein, nicht wirklich jetzt. Da werden doch nicht etwa, während ich hier im Bett liege und lesen will, irgendwelche Nachbarn anfangen es wild miteinander zu treiben. Ich halte kurz inne. Doch es scheint so. OK, einfach weiterlesen….Nein geht nicht, die sind zu laut, zu sehr bei der Sache. Was machen? Auch Spaß haben, Augen zu, Fantasie walten lassen und mir parallel einen runterholen (, weil bisschen geil bin ich jetzt auch geworden)? Selbst für mich zu kläglich. Rüber in mein Zimmer und Fernsehen schauen? Nein, heute ist doch lesen angesagt. Also abwarten. Ahhh, jetzt ist ruhig…Nee, war wohl nur Stellungswechsel, es geht wieder weiter, nur das quietschen hat seinen Rhythmus gewechselt. Schlafen legen? Warum nicht. Das Bett ist so behaglich, da schlaf ich bestimmt schnell ein. Licht aus und Kopf unter die Bettdecke…aber interessant was man mitbekommt, wenn man mal kein TVanhattttttzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz schnarch …………………………….

Wieder ein Sprung, diesmal 24 Stunden später. Wieder im Bett, alles wie oben, Ohr an die Wand…alles ruhig, also los…Hesse, zeig mir deine Welt…aber es ging nicht. Immer wenn ich die ersten Zeilen zu lesen anfing, musste ich an Sex denken. Das war aber nicht nur diesen Abend so. Ich will das Buch in der S-Bahn lesen oder an einem anderen Abend. Wieder Sex im Kopf, oder ich lauf an einem Buchladen vorbei und sehe ein Hesse Buch in der Auslage. Ich bin geil. Ich lese im Internet den Namen Hesse. Bin Geil. Ich schreibe den Beitrag hier. Geil.

Buch landete also ins hinterste Eck der Schublade und seitdem schau ich wieder abends TV.1

Jetzt habe ich so viel geschrieben, dass ich gar keine Lust mehr habe das zu schreiben, was ich eigentlich zu Blogpapier bringen wollte. Das bringe ich dann halt im nächsten Beitrag. Ist nämlich auch nicht schlecht, denn da kommen Alexander (ja, den gibt’s immer noch und er weiß immer noch nichts über den Blog), ein Zirkus und ein Psychologe vor.

 

1Ja ich weiß, das Ende war jetzt nicht so toll…Puste ausgegangen

5.12.11 14:27


Dancing with Death

Vielleicht bin ich in meinem letzten Beitrag etwas übers Ziel hinausgeschossen. Man hört ja immer wieder wie sich irgendwelche Teeniemädchen in irgendwelchen Emo- foren über Suizid informieren. Was ich geschrieben hab, spiegelt da eigentlich nicht meine Meinung wieder, sondern war nur als ein kleiner Spass gedacht. Im Nachhinein denke ich, dass Selbstmord kein Thema ist mit oder über das man scherzen sollte. Selbstmord ist niemals eine Lösung, da werd ich ideologisch und steifärschig. Man sollte sich und seinem Leben immer eine Chance geben, gleich der Situation in der man steckt. Könnt ihr euch noch an Gunter Sachs erinnern – wenn nicht – das war irgendson Playboy, umringt von den heißesten Frauen seiner Zeit, dabei ein Lebemann, der nebenbei stolz auf seinen Intellekt war. Jetzt stellt dieser Typ erstmals bei sich Anzeichen einer beginnenden Alzheimererkrankung fest und bringt sich um. Im Anschluss wird er hier und da für diese Tat medial gefeiert; in jedem Fall wird ihm viel Verständnis entgegengebracht. Ich finde diesen Umgang mit solchen Themen völlig falsch. Wenn ich den Selbstmord zum besseren Verständnis im folgenden mal personifizieren darf, räumen wir ihm dadurch, dass wir soetwas sagen wie: „Hätte ich auch gemacht!“ „Wenn das und das passiert, bringe ich mich um!“ - einen Raum in unserem Denken ein, sehen ihn schneller als Option in schweren Zeiten. Man muss kein Menschenfeind sein, wenn man sagt, dass Selbstmord immer falsch ist. Ich vergesse nicht die schweren Schicksale, die ich in ihrer Intensität nicht zu bewerten vermag, solange ich nicht in den Menschen selbst stecke. Aber darum geht es mir nicht. Es geht um dich selbst. Das Leben und der Selbstmord und insbesondere eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit ihm ist man niemanden schuldig, denn in der Auseinandersetzung bist DU immer direkt involviert. Du sollst dich selbst lieben. Führe daher deine Auseinandersetzung in eine Richtung, in die Richtung des Lebens. Verteidige das Leben beherzt, finde Gründe weiterzumachen und den Suizid abzulehnen. Das Leben wird es dir danken, wenn du irgendwann mal depressiv sein solltest. Viele Menschen die Suizid begehen sind depressiv, also krank und in ihrem eigenen Denken durch die Krankheit manipuliert. Im Fall von Gunter Sachs heißt das für mich, dass er aus einer gewissen Arroganz gegenüber seinem eigenen Leben handelte, wenn er sich gleich nach kleinen Anzeichen von Alzheimer gezwungen sieht, sein Leben zu beenden, obwohl er nicht weiss wie gut einige Menschen mit dieser schrecklichen Erkrankung umgehen. Man kann nicht wissen, wie gut die Zukunft noch werden mag, welche Ressourcen in Konfrontation mit Schrecklichem aktiviert werden, wenn man sich nicht selbst die Chance einräumt, weiter zu erleben.
3.12.11 17:14


Sprung ins Leben

Winter bedrückt mich. Wenn um 17 Uhr der Himmel schon das Licht ausknipst. Ich bin antriebslos (siehe Blog die letzten beiden Wochen), faul, träge, unsozial und denke zu viel über mich nach. Manchmal  deprimiert mich das reflektieren so sehr, dass ich denke: Selbstmord das wärs. Aber dann denke ich mir wiederum, den Gefallen wirst du dem Winter nicht tun … Du wirst dich im Sommer umbringen. Mit der alten Konfirmationshose  und einem schönen weißen Hemd mit einer schwarzen Weste drüber werde ich mich auf eine blühende Wiese auf einen Stuhl stellen, eine Strick um den Hals und springen. Vielleicht werde ich noch in dem Baum ein Herz einritzen mit meinen Initialen und die der Frau die ich mein Leben lang unerwidert schüchtern geliebt hatte. Doch wenn dann Sommer ist bin ich wieder zu glücklich mich umzubringen. Der Sonnenschein, die Wärme, die Helligkeit, die Farben.  

Das ist der Teufelskreis meines Lebens … Wenn ich leben will, will ich sterben, wenn ich sterben will, will ich leben. Bis zum nächsten Beitrag.

25.11.11 18:50


Nur ein Kratzer

Tja, lang ist her. Mich hats erwischt. Auto von links, kurz nicht aufgepasst - und bääm. Mir gehts aber ganz gut. Danke. Allerdings hat es meinen Piephahn auf der Straße ein bisschen langgezogen. Sah erst nicht gut aus, aber hab letztens einen Belastungstest gemacht. Mein einziger Gedanke war:"Boah, geil." Das "geil" aber schlichtweg aus Erleichterung das es funktioniert und ich nach wie vor scharf schießen kann. Naja...
23.11.11 23:45


Blasenpflaster

Also irgendwie hat mich das Joggen doch mehr gefickt als ich gedacht habe. Was gestern wie eine Hornhautverdickung an der Verse aussah, entpuppt sich heute als eklige fünfzigcent große Blase. Weil die Blase so widerlich zwischen Fuß und Innenseite Schuh vor sich rumschwabbelt und reibt, hatte ich beschlossen heute einkaufen zu gehen und irgendwas dagegen zu kaufen…Pflaster…Salbe…sowas halt. Außerdem war kein Bier mehr da.

Ich also los zu Fuß zum Kaufhof (Sixpackbier, abgepacktes Brot, Tiefkühlpizza, Erdnussbutter, nochn Sixpackbier) und dann auf zum dm-Drogeriemarkt. Eigentlich wäre der Rossmann viel näher, aber bei der Konkurrenz arbeitet eine sehr hübsche brünette Angestellte, nicht älter als 25. So gutaussend, dass sie bestimmt schon vergeben ist, aber egal, ihr Aussehen ist der halbstündige Umweg wert. Also los.

dm. Während ich so durch die Regale irrte und irgendwas für meine Blase suchte, die durch das ganze Laufen schon brennt, kam ich irgendwann auch zufällig [sic] an dem Regal mit Kondomen vorbei. Vielleicht hats da ja was für mich. Ich such das Regal um den Kondomen nach Pflaster ab, finde nichts, dreh mich und die hübsche 25jährige steht auf einmal vor mir mit dem Arm voller Kondompackungen, die sich vermutlich ins Regal hängen wollte. Ich schaue sie direkt an, dann auf die Präservative die sie trägt, dreh mich nochmals zu den Kondomen im Regal um (Stimmt, sollte man wirklich wieder auffüllen) und dann wieder ihr in die Augen. Scheiße wie unangenehm, gerade sie.  Blut schießt mir in den Kopf….jetzt nicht verkrampfen. Jetzt nur nichts vorbocken, sonst kann ich nie wieder in Laden rein ohne eine Papiertüte über den Kopf zu ziehen oder mich als mein eineiiger Zwillingsbruder auszugeben.

„ehm…Hallo … Ich suche Kondome.“

„Ja, also“, sie genauso rot wie ich jetzt, „hinter ihnen haben wir eine Auswahl oder das was ich gerade bei mir habe. Suchen Sie ... ähhh …etwas Bestimmtes“ 

„Also ja. Ich suche XXL.“ Oh Gott, wie prollig…was denkt die nun von mir…ein Witz…irgendein Witz jetzt um die Stimmung  zu lockern, „und mit XXL meine nicht die Verpackungsgröße.“

Zuerst schaut mich die Verkäuferin schief an, ich lächle anbiedernd, dann fängt sie an zu lachen, die Röte verschwindend aus ihrem Gesicht  und sieht dabei noch hübscher aus als sonst. „Hahahahaha…also sie sind ja ein lustiger.“ Jetzt habe ich sie in der Tasche, vielleicht ist sie ja doch Single. Jetzt nicht aufhören.

„Ach Wissen sie wie oft ich das höre. Freunde sagen immer, ich sollte doch mal einen Blog mit lustigsten Sprüchen aufmachen. Aber was ich eigentlich wirklich suche ist was zum Blasen…“  Das Wort ‚abkleben‘ kann ich nicht mehr formulieren, denn ihr Gesicht versteinert auf einen Schlag, Kondome fallen zu Boden und ein gezielte Ohrfeige erwischt meine Wange.

 

Außerhalb des dm mache ich den Sixer auf und trink die erste Flasche in einem Zug leer. Drei Biere später und ohne Blasenpflaster hocke ich daheim hier vor dem Rechner. Manche Erlebnisse können so bizarr sein, dass man zweifeln kann, ob sie wirklich so erlebt worden sind. Doch leider muss ich sagen: Es war so. Ich schreib hier nicht für sie schnelle Pointe.

8.11.11 18:13


Gutmensch mit Bärchengesicht

Hab gleich mal angerufen und mich zum Joggen verabredet.

Ich also hin.

Ding- Dong.

Er in Joggingschühchen und so einem Rot- schwarzen Pro- Anzug raus. Ich mühte mich schon bei der Begrüßung mein Gesicht etwas verkrampft aussehen zu lassen, damit er beim Joggen nicht erkennen kann, ob ich auf der letzten Rille laufe oder total entspannt bin. Da gabs mal eine britische 10km- Läuferin die bewegte ihren Kopf ab dem ersten Meter wie son Wackeldackel. Das muss ihre Gegnerinnen fertig gemacht haben. 10000Meter neben Einer rumzulaufen, deren Gesichtsausdruck kurz nach dem Startschuss aussieht, als würde sich eine 13jährige Moppelfee entschließen, die ersten zwei Kilometer eines olympischen Langstreckenlaufs als Vorläuferin zu gestalten, damit die heissen Jungs, aus der 7d auf sie aufmerksam werden.

Naja, aber...so kams dann nicht, denn wir schlossen uns einem „Lauftreff“ an. Das sind Leute, die, Ausnahmen bestätigen die Regel, vorsichtig ausgedrückt, dass Laufen nicht so mögen, dass sie sich während der Laufzeit selbst genügen würden. Daher hat Gisela immer die Petra in ihrer Nähe und Horst den Dieter.

Tss, kann nicht sein. Ich bin doch jung und vital und kann mich doch jetzt nicht so einer Gruppe, die sich nur zum Klönen und Verhindern des nächsten Herzinfarkts trifft, anschließen. Aber Alexander wollte es so. Da kommt meine misanthropische Ader auch wieder raus. Kein Wort wollte ich mit denen reden und in einem zweiten Schritt kriege ich dann auch noch böse Gedanken. „Die alte Kackbratze soll mal Platz machen und den Laden nicht blockieren.“ „Ihr sollt hier Arbeiten ihr Schweine und nicht sagen, wie toll es in eurer Firma läuft und so.“

Naja sowas halt... Es kostet mich dann richtig Kraft freundlich zu sein und sagen zu können: „Wo kann ich denn das Kuchenrezept von dem sie da sprechen im Internet abfragen?“ Ich muss mich echt mal nach einem Lebenshilfebuch umschauen, dass hilft mit den negativen Gedanken umzugehen und den Leuten vorurteilsfreier zu begegnen. Da würd ich mir auch nicht so viele Chancen verbauen. Jede Begegnung mit einem Menschen ist ja auch ein Chance, nicht nur egoistisch gedacht, denn es ist ja vor allem eine Chance mir zu begegnen.

Vielleicht beschreibt es das Beispiel mit dem Bärchengesicht ganz gut. Wieso gönne ich den Kannibalen, die mich verspeisen nicht, ein Bärchengesicht aus meinem Fleisch zu machen? Ich mein, mir könnte es dann ja eigentlich egal sein. Ein freundlicher, aufgeschlossener Mensch würd doch ausm Himmel hinunterschauen und sagen: „Wohl bekommts...

...ehm...hier du da, ja du mit dem wilden Gesichtsausdruck und dem Teller in der Unterlippe...iss nicht die Hoden...die schmecken nicht...ja, weil die von Ochsen auch nicht schmecken...probier lieber Zunge, solange noch was da ist...“

7.11.11 17:32


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