Angstblüte im Großstadtdschungel

 

* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Letztes Feedback






Samstagnachmittagtristesse

Gestern nichts gemacht. Habe mir überlegt Alexander anzurufen, aber das hätte sowas verzweifeltes gehabt: Landei will unbedingt neuen besten Freund in der Stadt finden. Vielleicht werde ich heute mal das Telefon in die Hand nehmen; könnte ja mal Fragen ob er Bock hätte morgen mit mir joggen zu gehen oder wär die Frage irgendwie zu schwul? Nichts gegen Homos, glaube sogar die Beziehung zu einem Mann wäre viel problemloser, als mit diesen weiblichen Neurotikerinnen, wenn nur der Sex nicht wär, aber ich habe keine Lust den einzigen Typen den ich hier kennengelernt hab zu verlieren, nur weil er denkt, ich möchte ihn während des Joggens verführen.  Bei meiner Kondition und Raucherlunge könnte er eh bei einem versuchten Übergriff problemlos flüchten. Meine Figur ist auch nicht gerade so, dass er denken würde, geiler Body, den muss ich mir angeln.

Wäre doch ein guter Gesprächseinstieg wenn ich ihn anrufe. Statt dem üblichen öden: “Hallo, ich bins von der Afterworkparty! Lust vielleicht mal morgen mit mir zusammen paar Kilometer zu joggen?“, „Hallo, ich bins von der Afterworkparty! Lust vielleicht morgen zu joggen? Keine Angst ich bin nicht schwul, steh mehr auf Muschis. In meinem Dorf konnte ich mich kaum vor Muschis retten“. Wäre jedenfalls lustiger als diese ganzen abgedroschenen Gesprächseinstiege, die ich während der Afterworkparty mit diesen ganzen aufgetakelten Singlebüroemanzen geführt habe.

Schon im Dorf hatte ich immer so, wie ein Klassenkamerad sagte, „misanthropische Ausfälle“. Nicht dass ich die Menschen oder die Gesellschaft in der in Leben hasse. Es ist eher anders herum. Irgendwie scheinen die mich nicht zu mögen. So war es jedenfalls bei uns auf dem Land. Deswegen bin ich auch weggezogen. Weg von dieser Jeden-kennt-Jeden-Stasi-Überwachung. Dort hatte ich immer das Gefühl, als würde ich zwischen den Beinen einer 15jährigen leben. Eingeengt, nur leider ohne das geile Gefühl dabei. Ich sollte wohl doch Alexander  anrufen. Das lange allein sein tut mir echt nicht gut.

Noch schnell was anderes. Gestern war ich einkaufen und an der Fleischtheke habe ich Schinkenwurstscheiben mit Bärchengesicht gesehen. Haben das die Kannibalen auf Papua-Neuguinea früher auch gemacht? Einen Mensch getötet,  aus ihm Wurstscheiben gemacht mit dem Gesicht eines Bären und dann ihn gegessen. Beim nächsten Urlaub dort nehme ich eine Karte auf der steht: Ihr könnt mich ruhig essen, aber macht aus mir bitte keine Wurst mit Bärengesucht.

5.11.11 15:50


Zwei Wege

Man möchte denken, dass Afterworkparties von einer seeligen Stimmung geprägt seien. Hain Fiddi und Carla Columna oder wie die heisst, finden sich nach einem langen Arbeitstag zusammen an einem Ort ein und genießen den kleinen Rest der vom Tage übrig blieb.

Aber eigentlich geht’s ganz anders zu...ok, auf die Fresse gibt’s bei solchen Parties traditionell wenig...aber all die anderen Möglichkeiten einen Vergleich anzustellen werden genutzt. Schon diese Frage: „Was machst n du eigentlich so?“- kotzt mich total an. Klar, ist es einfach sie zu stellen, denn jeder kennt und erwartet sie und wir bewegen uns doch nur allzu gern in bekanntem Fahrwasser. Aber sie drückt doch ein Stückweit die Oberflächlichkeit der Gesellschaft aus. Es könnten doch mal andere Fragen als Opener gestellt werden – kreative Fragen: „Was hastn du gestern so gemacht?“ - dann muss man sich zumindest auf einer Afterworkparty nicht über Work unterhalten. Wo ist das gute Alte „Hey Kleiner, hast Bock auf Schweinereien?“- geblieben. Würd mich mal interessieren, ob das Fettes Brot tatsächlich mal so passiert ist. Musiker neigen ja dazu Sachen etwas überspitzt auszudrücken, können ja auch in 3min nicht viel Text rüberbringen.


Insgesamt hat mich das Ganze auf jedenfall so angekotzt, dass ich dachte: Mmm, ich will mal neue Wege gehen, neue Fragen stellen, neue Sätze sagen, neue- andere Menschen kennenlernen usw. Nicht immer diese langweiligen Diskussionen und Sprüche. Ich möchte mal Postmoderne, aber so richtig...

Naja, dass schreib ich jetzt in einem Anflug an postpubertärer Revolte. Wenn mich der Alltag einholt, wischt das Clerasil diese Pickelchen der Rebellion vielleicht ein zweites Mal weg.


Kennengelernt hab ich immerhin den Alexander. Haben Nummern ausgetauscht. Wir gehen beide gern Joggen und wohnen nicht weit auseinander. Vielleicht kann ich über den ein paar Leute kennenlernen. Nicht ganz so gezwungen. Schien ganz nett und ist vielleicht so fürsorglich, dass ich mal auf die ein oder andere Party oder sonstwas mitgeschleppt werde.

4.11.11 12:14


Zu Anfang etwas Blabla

Dann fang ich mal an. Seit gestern Nacht habe ich diesen Blog hier gestartet. Nicht das mein Leben so interessant wäre, dass sich es lohnen würde darüber zu schreiben. Ich habe auch nie gerne etwas geschrieben, ich war immer ein schlechter Deutschschüler. Auch habe ich niemanden  in meinem Bekannten- und Freundeskreis erzählt, dass ich jetzt mein Leben im Internet ausbreiten werde. Kann also sein, dass niemand mein Bericht liest, was mir aber egal ist. Was ich vielleicht noch sagen sollte, ist, dass alle kommenden Erlebnisse so wahr wie möglich von mir berichtet werden. Was ich ändere sind nur die Namen der vorkommen Personen, so dass mich auch nicht zurückhalten muss, wenn ich mal über andere schreiben werde. Über mich möchte ich zu Beginn auch nicht groß was erzählen. In den kommenden Einträgen werde ich vielleicht mehr über mich schreiben, als in dem jetzigen Beitrag. Ich verrate euch aber, dass ich seit einer Woche neu vom Land in die Großstadt gezogen bin und noch niemanden kenne. Dies war wohl auch ein Grund den Blog zu starten. Irgendwie muss ich ja die Zeit mit mir alleine rumbekommen. Um nicht ganz zu vereinsamen, werde ich heute mal auf eine Afterworkparty gehen. Mal schauen ob ich dort erste Kontakte zu anderen knüpfen kann.  So kann ich auch gleich in meinem ersten Eintrag euch einen spannenden Cliffhanger bieten, denn wie es war, werde ich in meinem nächsten Beitrag berichten.  

3.11.11 19:45


Test

Eins, zwo, eins, zwo.
3.11.11 00:08


[erste Seite] [eine Seite zurück]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung