Angstblüte im Großstadtdschungel

 

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Gutmensch mit Bärchengesicht

Hab gleich mal angerufen und mich zum Joggen verabredet.

Ich also hin.

Ding- Dong.

Er in Joggingschühchen und so einem Rot- schwarzen Pro- Anzug raus. Ich mühte mich schon bei der Begrüßung mein Gesicht etwas verkrampft aussehen zu lassen, damit er beim Joggen nicht erkennen kann, ob ich auf der letzten Rille laufe oder total entspannt bin. Da gabs mal eine britische 10km- Läuferin die bewegte ihren Kopf ab dem ersten Meter wie son Wackeldackel. Das muss ihre Gegnerinnen fertig gemacht haben. 10000Meter neben Einer rumzulaufen, deren Gesichtsausdruck kurz nach dem Startschuss aussieht, als würde sich eine 13jährige Moppelfee entschließen, die ersten zwei Kilometer eines olympischen Langstreckenlaufs als Vorläuferin zu gestalten, damit die heissen Jungs, aus der 7d auf sie aufmerksam werden.

Naja, aber...so kams dann nicht, denn wir schlossen uns einem „Lauftreff“ an. Das sind Leute, die, Ausnahmen bestätigen die Regel, vorsichtig ausgedrückt, dass Laufen nicht so mögen, dass sie sich während der Laufzeit selbst genügen würden. Daher hat Gisela immer die Petra in ihrer Nähe und Horst den Dieter.

Tss, kann nicht sein. Ich bin doch jung und vital und kann mich doch jetzt nicht so einer Gruppe, die sich nur zum Klönen und Verhindern des nächsten Herzinfarkts trifft, anschließen. Aber Alexander wollte es so. Da kommt meine misanthropische Ader auch wieder raus. Kein Wort wollte ich mit denen reden und in einem zweiten Schritt kriege ich dann auch noch böse Gedanken. „Die alte Kackbratze soll mal Platz machen und den Laden nicht blockieren.“ „Ihr sollt hier Arbeiten ihr Schweine und nicht sagen, wie toll es in eurer Firma läuft und so.“

Naja sowas halt... Es kostet mich dann richtig Kraft freundlich zu sein und sagen zu können: „Wo kann ich denn das Kuchenrezept von dem sie da sprechen im Internet abfragen?“ Ich muss mich echt mal nach einem Lebenshilfebuch umschauen, dass hilft mit den negativen Gedanken umzugehen und den Leuten vorurteilsfreier zu begegnen. Da würd ich mir auch nicht so viele Chancen verbauen. Jede Begegnung mit einem Menschen ist ja auch ein Chance, nicht nur egoistisch gedacht, denn es ist ja vor allem eine Chance mir zu begegnen.

Vielleicht beschreibt es das Beispiel mit dem Bärchengesicht ganz gut. Wieso gönne ich den Kannibalen, die mich verspeisen nicht, ein Bärchengesicht aus meinem Fleisch zu machen? Ich mein, mir könnte es dann ja eigentlich egal sein. Ein freundlicher, aufgeschlossener Mensch würd doch ausm Himmel hinunterschauen und sagen: „Wohl bekommts...

...ehm...hier du da, ja du mit dem wilden Gesichtsausdruck und dem Teller in der Unterlippe...iss nicht die Hoden...die schmecken nicht...ja, weil die von Ochsen auch nicht schmecken...probier lieber Zunge, solange noch was da ist...“

7.11.11 17:32
 


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