Angstblüte im Großstadtdschungel

 

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Dancing with Death

Vielleicht bin ich in meinem letzten Beitrag etwas übers Ziel hinausgeschossen. Man hört ja immer wieder wie sich irgendwelche Teeniemädchen in irgendwelchen Emo- foren über Suizid informieren. Was ich geschrieben hab, spiegelt da eigentlich nicht meine Meinung wieder, sondern war nur als ein kleiner Spass gedacht. Im Nachhinein denke ich, dass Selbstmord kein Thema ist mit oder über das man scherzen sollte. Selbstmord ist niemals eine Lösung, da werd ich ideologisch und steifärschig. Man sollte sich und seinem Leben immer eine Chance geben, gleich der Situation in der man steckt. Könnt ihr euch noch an Gunter Sachs erinnern – wenn nicht – das war irgendson Playboy, umringt von den heißesten Frauen seiner Zeit, dabei ein Lebemann, der nebenbei stolz auf seinen Intellekt war. Jetzt stellt dieser Typ erstmals bei sich Anzeichen einer beginnenden Alzheimererkrankung fest und bringt sich um. Im Anschluss wird er hier und da für diese Tat medial gefeiert; in jedem Fall wird ihm viel Verständnis entgegengebracht. Ich finde diesen Umgang mit solchen Themen völlig falsch. Wenn ich den Selbstmord zum besseren Verständnis im folgenden mal personifizieren darf, räumen wir ihm dadurch, dass wir soetwas sagen wie: „Hätte ich auch gemacht!“ „Wenn das und das passiert, bringe ich mich um!“ - einen Raum in unserem Denken ein, sehen ihn schneller als Option in schweren Zeiten. Man muss kein Menschenfeind sein, wenn man sagt, dass Selbstmord immer falsch ist. Ich vergesse nicht die schweren Schicksale, die ich in ihrer Intensität nicht zu bewerten vermag, solange ich nicht in den Menschen selbst stecke. Aber darum geht es mir nicht. Es geht um dich selbst. Das Leben und der Selbstmord und insbesondere eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit ihm ist man niemanden schuldig, denn in der Auseinandersetzung bist DU immer direkt involviert. Du sollst dich selbst lieben. Führe daher deine Auseinandersetzung in eine Richtung, in die Richtung des Lebens. Verteidige das Leben beherzt, finde Gründe weiterzumachen und den Suizid abzulehnen. Das Leben wird es dir danken, wenn du irgendwann mal depressiv sein solltest. Viele Menschen die Suizid begehen sind depressiv, also krank und in ihrem eigenen Denken durch die Krankheit manipuliert. Im Fall von Gunter Sachs heißt das für mich, dass er aus einer gewissen Arroganz gegenüber seinem eigenen Leben handelte, wenn er sich gleich nach kleinen Anzeichen von Alzheimer gezwungen sieht, sein Leben zu beenden, obwohl er nicht weiss wie gut einige Menschen mit dieser schrecklichen Erkrankung umgehen. Man kann nicht wissen, wie gut die Zukunft noch werden mag, welche Ressourcen in Konfrontation mit Schrecklichem aktiviert werden, wenn man sich nicht selbst die Chance einräumt, weiter zu erleben.
3.12.11 17:14
 


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