Angstblüte im Großstadtdschungel

 

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Der pawlowsche Reflex oder Im Bett mit Himmler

Vorgestern ist mir was Interessantes passiert. Obwohl, zuvor will ich etwas schreiben, was schon zwei Wochen oder so her ist und was ich schon Samstag schreiben wollte, bis ich mich dann doch um entschied und stattdessen etwas Ernsthafteres verfasste / verfassen musste.

Also kurz eine alte Geschichte. Vor paar Wochen war ich mal wieder einkaufen im Kaufland und ging dann noch kurz zur Post um Briefmarken zu kaufen. Auf dem Rückweg zu Fuß kam ich dabei an einem Buchladen vorbei und irgendwie überkam es mich da. Ich könnte doch mal, statt wie fast jeden Abend vor der Glotze zu hocken, mal gemütlich im Bett ein Buch lesen. Also ich rein und angefangen zu stöbern. Krimis? Nö, mich langweilt schon der Tatort. Mittelalterroman? Eher was für Nerds, die auch auf Mittelaltermärkte gehen. Fantasy? Noch nerdiger. Vielleicht mal bei den deutschen Klassikern kucken gehen. Goethes Faust? Zu trocken. Manns Die Buddenbrooks? Zu dick. Schmidts Die Gelehrtenrepublik? Zu pseudointellektuell. Hesses Narziß und Goldmund? Zu mhhh...Klingt interessant…so vom Titel her. Außerdem erinnert mit Hesse an eine lustige Situation im Deutschunterricht, während wir ‚Der Steppenwolf‘ gelesen haben. Irgendwann hatte mal die Lehrerin gefragt:“Der Name des Protagonisten Harry Haller. Für wen könnten die Initialen auch noch stehen. Du da.“ Sie zeigte auf mich. Ich schaute vom Heft hoch und hatte natürlich keinen Plan vom nix, da ich wie jede Deutschstunde beschäftigt war dem Nikolaus paar Immobilien im mein Heft zu zeichnen. Also traf ein fragender Blick den anderen. Sie will mir helfen:„Nun, für welche reale Person steht Harry Haller noch? Überleg mal. H. H., also Heinrich …?“ „Himmler? Heinrich Himmler“. Ach was hatten wir damals gelacht bei meiner Antwort, nur halt die Lehrerin nicht…Gab auch eine Lehrerkonferenz danach, weil ich angeblich den Nationalsozialismus verharmloste, zudem einen Beinahe-Ausschluss für mich und eine heftige Portion Prügel von meinem Vater…Eigentlich doch nicht so lustig die Geschichte so im Nachhinein. Egal, jetzt hab ich das Buch schon in der Hand, also auf zur Kasse.

An der Kasse.

“Guten Abend. Haben Sie eine Kundenkarte?“

„Nein.“

„Ok, macht dann 9.99 € bitte.“

„Möchten Sie mich nicht Fragen ob ich eine Kundenkarte möchte?“

„Möchten Sie den eine Kundenkarte?“

„Nein, ich möchte keine Kundenkarte. Hier das Geld“

 Sprung vier Stunden später. Ich liege daheim im Bett. Ui, ist das kuschlig. Meine schwache Nachttischlampe lässt die Schatten in meinem Zimmer lang werden. Sieht das schön aus. Wie romantisch. Das Fenster ist zu und in meinem Zimmer herrscht absolute Stille. Wie sakral die Stimmung doch ist. Mensch, riecht das Papier des Buches klug. Also auf in die Gedankenwelt des Hermann Hesses. Nach etwa einer halben Seite höre ich auf einmal ein quietschen und ein regelmäßiges schlagen gegen die Wand. ???? Was ist das? Was zerstört mir hier die Stimmung? Auf einmal auch das Stöhnen einer Frau und das Stöhnen eine Mannes, ebenfalls durch die Wand dringend. Also nein, nicht wirklich jetzt. Da werden doch nicht etwa, während ich hier im Bett liege und lesen will, irgendwelche Nachbarn anfangen es wild miteinander zu treiben. Ich halte kurz inne. Doch es scheint so. OK, einfach weiterlesen….Nein geht nicht, die sind zu laut, zu sehr bei der Sache. Was machen? Auch Spaß haben, Augen zu, Fantasie walten lassen und mir parallel einen runterholen (, weil bisschen geil bin ich jetzt auch geworden)? Selbst für mich zu kläglich. Rüber in mein Zimmer und Fernsehen schauen? Nein, heute ist doch lesen angesagt. Also abwarten. Ahhh, jetzt ist ruhig…Nee, war wohl nur Stellungswechsel, es geht wieder weiter, nur das quietschen hat seinen Rhythmus gewechselt. Schlafen legen? Warum nicht. Das Bett ist so behaglich, da schlaf ich bestimmt schnell ein. Licht aus und Kopf unter die Bettdecke…aber interessant was man mitbekommt, wenn man mal kein TVanhattttttzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz schnarch …………………………….

Wieder ein Sprung, diesmal 24 Stunden später. Wieder im Bett, alles wie oben, Ohr an die Wand…alles ruhig, also los…Hesse, zeig mir deine Welt…aber es ging nicht. Immer wenn ich die ersten Zeilen zu lesen anfing, musste ich an Sex denken. Das war aber nicht nur diesen Abend so. Ich will das Buch in der S-Bahn lesen oder an einem anderen Abend. Wieder Sex im Kopf, oder ich lauf an einem Buchladen vorbei und sehe ein Hesse Buch in der Auslage. Ich bin geil. Ich lese im Internet den Namen Hesse. Bin Geil. Ich schreibe den Beitrag hier. Geil.

Buch landete also ins hinterste Eck der Schublade und seitdem schau ich wieder abends TV.1

Jetzt habe ich so viel geschrieben, dass ich gar keine Lust mehr habe das zu schreiben, was ich eigentlich zu Blogpapier bringen wollte. Das bringe ich dann halt im nächsten Beitrag. Ist nämlich auch nicht schlecht, denn da kommen Alexander (ja, den gibt’s immer noch und er weiß immer noch nichts über den Blog), ein Zirkus und ein Psychologe vor.

 

1Ja ich weiß, das Ende war jetzt nicht so toll…Puste ausgegangen

5.12.11 14:27
 


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